[IPK] Kraftstoffpreise: welche ökosozialistischen Antworten?
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Mi Apr 8 09:13:17 CEST 2026
Ökosozialismus:
Kraftstoffpreise: welche ökosozialistischen Antworten?
Online unter: https://www.inprekorr.de/654-sprit.htm
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Der Krieg steigert die Profite der Fossilkonzerne und verschärft
gleichzeitig die ökologische und soziale Krise. Angesichts der
Preisexplosion und der organisierten Abhängigkeit vom Öl ist es dringend
notwendig, Sofortmaßnahmen durchzusetzen und gleichzeitig einen Bruch mit
dem Fossilkapitalismus einzuleiten.
Von Nationale Ökologiekommission der NPA-A
Um zur Arbeit zu gehen, die Kinder zu begleiten, sich medizinisch versorgen
zu lassen, einzukaufen … viele Menschen ist das Auto heute kein Luxus,
sondern eine Notwendigkeit, und jeder Anstieg der Kraftstoffkosten schmälert
das ohnehin schon knappe Budget noch weiter.
DER KRIEG: EIN JACKPOT FÜR KLIMAKRIMINELLE
Die der Fossilwirtschaft innewohnende Instabilität bietet den Ölkonzernen
großartige Möglichkeiten zur Erzielung von Übergewinnen. Wenn, wie heute,
die Versorgung stark gestört oder sogar unterbrochen wird, schießen die
Preise in die Höhe. Bereits vorhandene Vorräte, die vor der Erhöhung gekauft
wurden, werden zu einem hohen Preis verkauft. Eine goldene Gelegenheit (in
Dollar!) für Fossilkapitalisten!
Gleichzeitig trifft der Anstieg der Kraftstoffpreise die Haushalte hart, vor
allem die der Geringverdienenden. Daher müssen dringend Sofortmaßnahmen zur
Linderung der Folgen durchgesetzt werden, die umso stärker greifen, je
niedriger die Einkommen sind, je weniger die Löhne steigen und je mehr sie
seit 2020 real sogar gesunken sind.
DER BESTE KRAFTSTOFF IST DER, DER NICHT VERBRANNT WIRD
Zunächst eine Selbstverständlichkeit, die man aber immer wieder in
Erinnerung rufen sollte: Der billigste und am wenigsten umweltschädliche
Kraftstoff ist der, der nicht verbrannt wird.
Als Sofortmaßnahme sollte überall die kostenlose Nutzung der öffentlichen
Verkehrsmittel gefordert werden, so wie in Zeiten hoher Schadstoffbelastung.
In Unternehmen und Behörden Maßnahmen durchsetzen, wie z. B. die Ausweitung
von Telearbeit, Firmenpendelverkehr … die mit und unter der Kontrolle der
Beschäftigten beschlossen und umgesetzt werden, um ihren Bedürfnissen
gerecht zu werden.
Andere Maßnahmen können den Straßenverkehr, der einen immer größeren Raum
einnimmt, reduzieren: Geschwindigkeitsreduzierung, vor allem auf Autobahnen,
gezielte Fahrverbote für LKWs …
Über diese unmittelbaren Sofortmaßnahmen hinaus ist eine Neuausrichtung der
Verkehrspolitik, die auf eine drastische Reduzierung des Pkw- und
Lkw-Verkehrs abzielt, unerlässlich: Stopp aller Straßenbauprojekte, das
Straßennetz ist ausreichend, Vorrang für öffentliche Verkehrsmittel, die zum
Tagespendeln genutzt werden, sowie für den Schienen- und Flussgüterverkehr,
Verlagerung der Produktion so nah wie möglich an die Orte des Verbrauchs.
PREISE STOPPEN DURCH GEWINNABSCHÖPFUNG
Viele kommen jedoch um den Weg zur Zapfsäule nicht herum, egal wie hoch der
Preis auch sein mag. Die Gestaltung und Organisation der Räume für den
Autoverkehr und der Mangel an öffentlichen Verkehrsmitteln zwingen zur
täglichen Nutzung des Privatwagens.
Wenn das Einfrieren der Preise durch Abschöpfen der Gewinne der Ölkonzerne
als Sofortmaßnahme geboten ist, muss dies mit der Forderung nach Öffnung
ihrer Bücher und der Kontrolle der Verteilung und der Vorräte durch die
Beschäftigten und die Nutzer verbunden werden.
KLIMAKRIMINELLE, KRIMINELLE IMPERIALISTEN
Der Fossilkapitalismus, der die Hauptverantwortung für die ökologische Krise
trägt, steht im Mittelpunkt der imperialistischen Angriffskriege von
Venezuela bis zum Iran.
Gegen die Ölkonzerne Total und andere … mehr denn je steht auf der
Tagesordnung, sie zu entwaffnen, ihnen die Macht über Leben und Tod zu
entziehen und sie zu enteignen. Solange sie die Macht dazu haben, werden sie
jeden Tropfen Öl, jeden Krümel Kohle, jedes Gasmolekül aus dem Boden holen
und dabei Krieg gegen die Völker und das Leben führen! Nur durch die
Vergesellschaftung dieses Sektors wird es möglich sein, wieder die Kontrolle
zu übernehmen und die fossilen Energien im Boden zu lassen.
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Aus: die internationale (Online-Ausgabe) Nr. 3/2026
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