[Presseverteiler] PM: Free Ulm5 - Aufruf zur solidarischen Prozessbegleitung
Ezra | Bundesvorstand der Roten Hilfe
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Do Apr 23 22:10:10 CEST 2026
Pressemitteilung:
*Free Ulm 5 – Aufruf zur solidarischen*
*Prozessbegleitung!*
Am 27. April 2026 beginnt in Stammheim der Prozess gegen Daniel, Zo,
Crow, Vi und Leandra – auchbekanntals die Ulm5. Dabei geht es eigentlich
um recht banale Vorwürfe wie Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung -
doch die Aktion wird zur Staatsschutzsache erhoben und als "kriminelle
Vereinigung" nach § 129 StGB verfolgt.
Vorgeworfen wird ihnen die erfolgreiche Sabotage des
größtenRüstungsunternehmensIsraels:Die Aktivist:innen sollen im
September letzten Jahres inden deutschenStandort von Elbit Systems in
Ulm eingedrungen sein und dort einen Sachschaden vonrund einer Million
Euro verursacht haben. In einem Video während und direkt nach
derAktionmachten sieden politischen Kontext des Protestsdeutlich. Noch
vor Ort wurden die Genoss:innenfestgenommen.
Sieben Monate später sitzen die fünf immer noch in Untersuchungshaft,
verteilt auf verschiedenesüddeutscheGefängnisse. Die Freilassung gegen
Kaution wurde verweigert wegen angeblicherFlucht- und Verdunklungsgefahr
– dabei haben sich Daniel, Zo, Crow, Vi und Leandraoffenbar selbst bei
der Aktiongefilmt und vor Ort darauf gewartet, festgenommen zu werden.
Als zusätzliche Schikanehatdas OberlandesgerichtStuttgart nun sogar
beschlossen, die fünf Aktivist:innen über die eigentliche gesetzliche
Höchstfristvon sechs Monaten hinaus in U-Haft zu halten. Das zeigt,
welches politischen Verfolgungswillen die Justiz hier hat:
Schließlichwurden sogarMord-Beschuldigte aufgrundder Befristung nach
sechs Monaten aus dem Untersuchungsgefängnisentlassen. Im Fall der
Ulm5droht bisProzessendesogar knapp ein Jahr U-Haft mit allen Schikanen.
Die Beschuldigten haben harte Haftbedingungen:So werden vier der
fünfBeschuldigten zwischen20 und 23 Stunden täglich eingesperrt, eine
Person davon 23Stunden pro Tag in Einzelhaft- ein Vorgehen, dasnach
internationaler Definition auch als Folter eingestuft wird. Besuchs-
undTelefonrechte für Familie und Freund:innen wurden stark eingeschränkt
und unterliegenlückenloser Überwachung durch
LandeskriminalamtundKriminalpolizei. Briefe werden entweder gar
nichtoder nur mit extremer Verzögerung zugestellt. Polizeiliche Verhöre
fanden zum Teil ohneAnwesenheitvon Anwalt:innen statt.
Staat und Justiz behandeln die Genoss:innen wie Schwerstkriminelle. Zur
Unterstützung dient hierwie so oft der § 129 StGB („Vorwurf der Bildung
oder Zugehörigkeit zu einer kriminellenVereinigung“), der mit bis zu
fünf Jahren Haft geahndet werden kann, fürden bisher allerdings
keinerlei Beweise vorliegen. Passend hierzu lässt sich auch die Wahl
desProzessortes einordnen: Das StammheimerHochsicherheitsgefängnis
wurdedurch die RAF-Prozesse der 1970er Jahre bekannt.
"Der Fall der Ulm5 reiht sich ein in mehr als drei Jahre härtester
staatlicher Repressiongegen die gesamte palästinasolidarische Bewegung.
Alle, die gegen die israelische Kriegspolitik und die Unterstützung
durch die deutsche Regierung protestieren, sehen sich extremen
Kriminalisierungs- und Einschüchterungsversuchen ausgesetzt", erklärte
Hartmut Brückner vom Bundesvorstand der Roten Hilfe e. V. "Der Prozess
gegen die Ulm5 muss als Prozess gegen eine gesamte Bewegung
verstandenwerden. Umso wichtiger ist es,Daniel, Zo, Crow, Vi
undLeandrazu zeigen, dass sie nicht allein sind: Wir stehen solidarisch
an der Seite der Angeklagten und rufen dazu auf, den Prozess zu
begleiten, an Solidaritätskundgebungen teilzunehmen und kritische
Öffentlichkeit zu schaffen!"
Der Prozess beginn am Montag, dem 27. April 2026, um 9.00 Uhr in den
Räumen des OLG Stuttgart-Stammheim auf dem Gelände des
Hochsicherheitsgefängnisses (Asperger Str. 60, Stuttgart-Stammheim). Ab
8.00 Uhr findet vor dem Eingang eine Solidaritätskundgebung statt.
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