[Presseverteiler] PM: Massiver Einschüchterungsversuch nach Stromausfall in Berlin
Ezra | Bundesvorstand der Roten Hilfe
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Di Mär 24 16:34:48 CET 2026
Pressemitteilung:
*Massiver Einschüchterungsversuch nach Stromausfall in Berlin*
Am Vormittag kam es in Berlin und an anderen Orten zu Razzien durch
Hundertschaften der Polizei. Dabei waren vor allem anarchistisch
geprägte Infoläden sowie mehrere Wohnungen betroffen. Neben dem
Zerstören und Eindringen in politisch und privat genutzte Räume
entwendete die Berliner Polizei kistenweise Material aus Infoläden und
einem linken Späti, wie der Kiosk in Berlin genannt wird.
Laut Durchsuchungsbeschlüssen sucht die Polizei nach vier namentlich
genannten Personen, diese sind laut Tageschau im Alter von 28 bis 35
Jahren. Der Durchsuchungsbeschluss liegt bereits seit Dezember 2025 vor.
Die Vorwürfe sind verfassungsfeindliche Sabotage (§88),
gemeinschaftliche Sachbeschädigung (§304), Brandstiftung (§306) und das
Ganze unter dem Deckmantel eines 129er Verfahrens. Es ist nach
anwaltlichen Einschätzungen davon auszugehen, dass es sich hierbei um
einen Anfangsverdacht handelt, den die so genannte „Ermittlungsgruppe
Spannung“ des LKA Berlin ermittelt haben will. Dies erklärt auch warum
gegen die vier Gesuchten kein Haftbefehl vorlag und stellt den Angriff
in ein fragwürdiges Licht.
„Der massive Einsatz und gezielte Angriff auf linke Strukturen heute
zeigt wie die seit Wochen aufgebaute Stimmungsmache gegen linken
Aktivismus sich durch die Polizei entlädt,“ so Hartmut Brückner. „In
diese Stimmung mischen sich Töne, die Anschluss an
nationalsozialistischen Sprachgebrauch finden, wenn etwa der Sprecher
der GdP-Berlin Benjamin Jendro heute in der BZ von einen
„Linksextremismus als demokratiegefährdendes Krebsgeschwür, das sich
durch unsere Gesellschaft frisst“ spricht.“
Nicht nur die erst jetzt vollstreckten Razzien zeugen davon, dass
erhebliche Zweifel an der Darstellung und Bewertung des Geschehens gibt.
Zumal dies zu einem Zeitpunkt geschieht, in dem die Verfahren gegen das
Magazin Zündlumpen, dem in der Stellungnahme des GDP Sprechers eine
zentrale Rolle zugeschrieben wird, auf der Kippe steht. Der Vorwurf der
Bildung einer kriminellen Vereinigung ist dort schon vom Tisch.
Auch in anderen Zusammenhang ist der Sprecher der GDP schon mit
fragwürdigen Äußerungen aufgefallen: in dem Versuch einen gewalttätigen
Polizeieinsatz im Zugang zur Ostkurve am 17. Januar 2026 zu
rechtfertigen, in denen er unter anderem die Integrität sowie die
innerdemokratische Verfasstheit von Hertha BSC massiv angriff. Die
Fanhilfe Hertha BSC sah den GdP-Berlin Sprecher der Falschaussage überführt.
Die Rote Hilfe steht an der Seite der Betroffenen der heutigen Razzien
und verurteilt die Versuche eine ganze Szene zu kriminalisieren, während
eine ausbeuterische, klimafeindliche und kriegstreiberische Politik mit
allen Mitteln der Staatsgewalt durchgesetzt werden soll.
Was das eigentliche Ziel der Polizeiaktion zu sein scheint, tritt in
einem anderen Absatz der Stellungnahme des GDP Sprechers zu Tage: „Dabei
profitieren sie weiterhin von fehlenden rechtlichen Anpassungen wie der
überfälligen Ausweitung der Quellen-TKÜ, IP-Mindestspeicherfristen oder
Nutzung KI-basierter Technik“, und meint damit die Linken, und legt
damit offen, worauf er hinaus will.
„Eine Gesellschaft, die über die Willkür der Staatsgewalt beherrscht
werden soll und in der sich Überwachung und Kontrollsucht breit macht,
sollte sich dringend fragen ob sie sich noch als demokratisch verstehen
kann,“ so Brückner abschließend.
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